
6 Tipps für Lehrkräfte beim Umgang mit einer DAÜ-Anlage
Autor:
Michael Quante
Veröffentlich am:
21. Oktober 2026
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Das Wichtigste in Kürze
- Eine DAÜ-Anlage verbessert das Sprachverstehen im Unterricht und erleichtert Schülerinnen und Schülern mit Hörbeeinträchtigung die aktive Teilnahme.
- Überprüfen Sie die Anlage täglich vor Unterrichtsbeginn und achten Sie auf die richtige Mikrofonposition sowie eine klare Sprechweise.
- Feste Gesprächsregeln und zusätzliche Schülermikrofone helfen dabei, auch Wortmeldungen und Diskussionen verständlich zu übertragen.
- Bei Gruppenarbeiten unterstützen spezielle Mikrofonmodi das Verstehen innerhalb der Kleingruppe.
- Schalten Sie das Mikrofon in Pausen und bei privaten Gesprächen stumm, um unerwünschte Tonübertragungen zu vermeiden.
Was ist eine DAÜ-Anlage und warum ist sie im Unterricht wichtig?
Eine DAÜ-Anlage (drahtlose Hörübertragungsanlage) überträgt die Stimme der Lehrkraft direkt an die Hörgeräte oder Cochlea-Implantate der Schülerinnen und Schüler. Dazu trägt die Lehrkraft ein Mikrofon, das ihre Stimme drahtlos an passende Empfänger sendet.
Besonders bei Hintergrundgeräuschen, größeren Entfernungen oder ungünstiger Raumakustik verbessert die Anlage das Sprachverstehen. Kinder mit einer Hörbeeinträchtigung können dem Unterricht leichter folgen und müssen sich beim Zuhören weniger anstrengen.
Neben der individuellen Hörübertragung gibt es auch Lösungen zur Raumbeschallung, beispielsweise das Roger Dynamic SoundField System von Phonak. Dabei wird die Stimme der Lehrkraft über spezielle Lautsprecher im Klassenzimmer wiedergegeben, sodass alle Schülerinnen und Schüler besser verstehen können. Beide Systeme lassen sich kombinieren, wobei die Raumbeschallung eine individuell benötigte Hörübertragung nicht ersetzt.
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Die folgenden 6 Tipps zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt.
Tipp 1: Überprüfen Sie die DAÜ-Anlage vor jedem Unterrichtsbeginn
Damit Schülerinnen und Schüler mit Hörbeeinträchtigung dem Unterricht von Anfang an folgen können, sollte die DAÜ-Anlage täglich kurz überprüft werden. Am besten integrieren Sie diese Kontrolle fest in Ihre morgendliche Unterrichtsroutine. Bereits wenige Minuten reichen häufig aus, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen.
Prüfen Sie zunächst, ob das Mikrofon ausreichend geladen und eingeschaltet ist. Kontrollieren Sie anschließend, ob die Verbindung zu den Empfängern funktioniert. Bei Anlagen mit zusätzlicher Raumbeschallung sollte auch der Lautsprecher betriebsbereit sein.
Besonders wichtig ist ein kurzer Sprachtest vor Unterrichtsbeginn. Sprechen Sie einige Sätze in normaler Lautstärke und fragen Sie das betroffene Kind diskret, ob Ihre Stimme gut verständlich ankommt. Verlassen Sie sich dabei nicht ausschließlich auf die Kontrollleuchten, denn auch bei eingeschaltetem Mikrofon kann die Hörübertragung gestört sein.
Durch diese kurze Routine erkennen Sie mögliche technische Probleme frühzeitig und stellen sicher, dass wichtige Unterrichtsinhalte nicht durch eine fehlende oder gestörte Hörübertragung verloren gehen.
Tipp 2: Tragen Sie das Mikrofon in der richtigen Position
Die richtige Position des Mikrofons ist entscheidend für eine klare Sprachübertragung. Wird es zu weit vom Mund entfernt oder unter der Kleidung getragen, kann die Stimme leiser oder undeutlicher ankommen. Auch Reibegeräusche durch Kleidung, Schals oder Schmuck können die Übertragung stören.
Achten Sie deshalb darauf, das Mikrofon entsprechend den Herstellerangaben zu positionieren. Beim Phonak Roger Touchscreen Mic empfiehlt sich beispielsweise ein Abstand von etwa 20 Zentimetern zum Mund, wenn das Gerät am Trageband getragen wird. Bei Headsets oder Ansteckmikrofonen können andere Abstände gelten.
Das Mikrofon sollte stets frei und ohne Kontakt zur Kleidung getragen werden. Vermeiden Sie außerdem unnötige Berührungen, da Klopf- und Reibegeräusche direkt an die Hörsysteme der Schülerinnen und Schüler übertragen werden können.
Sprechen Sie in normaler Lautstärke, deutlich und in einem angemessenen Tempo. Lauteres Sprechen ist bei einer DAÜ-Anlage nicht notwendig und verbessert die Sprachqualität nicht automatisch.
Praxis-Tipp: Überprüfen Sie die Mikrofonposition nach jeder Pause, einem Kleidungswechsel oder wenn Sie das Gerät zwischendurch abgelegt haben. So stellen Sie eine gleichbleibend gute Sprachübertragung während des gesamten Unterrichts sicher.
Tipp 3: Achten Sie auf klare Gesprächsregeln im Klassenzimmer

Eine DAÜ-Anlage verbessert die Sprachverständlichkeit, kann jedoch nicht verhindern, dass mehrere gleichzeitig sprechende Personen schwer auseinanderzuhalten sind. Deshalb sind klare Gesprächsregeln besonders für Schülerinnen und Schüler mit Hörbeeinträchtigung wichtig.
Achten Sie darauf, dass möglichst immer nur eine Person gleichzeitig spricht und Wortmeldungen nacheinander erfolgen. Kündigen Sie Sprecherwechsel nach Möglichkeit kurz an, damit sich alle Kinder auf die sprechende Person einstellen können.
Da eine DAÜ-Anlage in erster Linie die Stimmen überträgt, die von den aktiven Mikrofonen aufgenommen werden, sind Beiträge von Mitschülerinnen und Mitschülern nicht immer gut verständlich. Wiederholen oder fassen Sie deshalb wichtige Antworten zusammen, sofern kein Schülermikrofon verwendet wird.
Ergänzen Sie mündliche Erklärungen durch schriftliche Informationen an der Tafel oder am Smartboard. Achten Sie außerdem auf Blickkontakt zur Klasse, da Mimik, Gestik und Mundbewegungen das Sprachverstehen zusätzlich unterstützen können.
So schaffen Sie eine strukturierte und hörfreundliche Lernumgebung, von der alle Schülerinnen und Schüler profitieren.
Tipp 4: Nutzen Sie Schülermikrofone für Diskussionen und Wortmeldungen
Im Unterricht ist es nicht nur wichtig, die Lehrkraft zu verstehen. Auch die Beiträge der Mitschülerinnen und Mitschüler spielen eine entscheidende Rolle. Wird ausschließlich die Stimme der Lehrkraft über die DAÜ-Anlage übertragen, können wichtige Wortmeldungen für Kinder mit Hörbeeinträchtigung schwer verständlich bleiben.
Zusätzliche Schülermikrofone, wie das Phonak Roger Pass-around, schaffen hier Abhilfe. Die Kinder können das Mikrofon bei Wortmeldungen, Diskussionen oder Präsentationen nutzen und anschließend weitergeben. So werden ihre Beiträge direkt an die verbundenen Hörsysteme übertragen.
Führen Sie die Mikrofone möglichst als festen Bestandteil des Unterrichts ein. Erklären Sie den Schülerinnen und Schülern die richtige Handhabung und vereinbaren Sie klare Regeln für die Weitergabe. In größeren Klassen können mehrere Schülermikrofone sinnvoll sein, um einen flüssigen Gesprächsverlauf zu ermöglichen.
Steht kein Schülermikrofon zur Verfügung, sollten Sie wichtige Wortmeldungen über Ihr Lehrermikrofon wiederholen. Dies ist jedoch kein vollständiger Ersatz für die direkte Hörübertragung.
Praxis-Tipp: Berücksichtigen Sie bei der Ausstattung Ihres Klassenzimmers neben dem Lehrermikrofon auch geeignete Schülermikrofone. So ermöglichen Sie Kindern mit Hörbeeinträchtigung nicht nur das Verstehen der Lehrkraft, sondern auch die aktive Teilnahme an Unterrichtsgesprächen.
Tipp 5: Setzen Sie die DAÜ-Anlage bei Gruppenarbeiten gezielt ein
Gruppenarbeiten stellen für Schülerinnen und Schüler mit Hörbeeinträchtigung eine besondere Herausforderung dar. Wenn mehrere Gruppen gleichzeitig sprechen, steigt der Geräuschpegel und es wird schwieriger, die Stimmen der eigenen Gruppe zu verstehen.
Moderne DAÜ-Anlagen bieten hierfür spezielle Funktionen. Das Phonak Roger Touchscreen Mic verfügt beispielsweise über einen Small Group Modus. Wird das Mikrofon flach auf den Gruppentisch gelegt, kann es automatisch in diesen Modus wechseln. Die integrierten Mikrofone erfassen gezielt die sprechenden Personen am Tisch und übertragen deren Stimmen an die verbundenen Hörsysteme.
Beachten Sie jedoch, dass im Small Group Modus je nach Systemkonfiguration andere Mikrofone und die Raumbeschallung vorübergehend nicht übertragen werden. Prüfen Sie deshalb beim Wechsel zwischen Gruppenarbeit und Frontalunterricht stets den aktiven Mikrofonmodus.
Neben der Technik ist auch die Organisation entscheidend. Achten Sie darauf, dass die Kinder nah beieinandersitzen, sich gegenseitig ansehen können und möglichst nacheinander sprechen. Stellen Sie Arbeitsaufträge zusätzlich schriftlich bereit.
Praxis-Tipp: Platzieren Sie das Mikrofon bei Gruppenarbeiten mittig auf dem Tisch und kontrollieren Sie anschließend, ob alle Beteiligten gut verstanden werden. Wechseln Sie nach der Gruppenphase wieder in den passenden Modus für den Klassenunterricht.
So ermöglichen Sie Schülerinnen und Schülern mit Hörbeeinträchtigung eine aktivere und gleichberechtigte Teilnahme an Gruppenarbeiten.
Tipp 6: Schalten Sie das Mikrofon in Pausen und privaten Situationen stumm
Eine DAÜ-Anlage sorgt während des Unterrichts für eine zuverlässige Sprachübertragung. Bleibt das Mikrofon jedoch außerhalb des Unterrichts eingeschaltet, können unbeabsichtigt auch private Gespräche oder störende Geräusche an die Hörsysteme der Schülerinnen und Schüler übertragen werden.
Schalten Sie das Mikrofon deshalb in Pausen, bei vertraulichen Gesprächen oder beim Verlassen des Klassenzimmers stumm. Auch wenn Sie das Mikrofon ablegen, Ihre Kleidung wechseln oder sich mit Kolleginnen und Kollegen besprechen, sollte die Tonübertragung unterbrochen werden.
Beim Phonak Roger Touchscreen Mic können Sie dafür die integrierte Stummschalttaste verwenden. So lässt sich die Übertragung unterbrechen, ohne das Gerät vollständig ausschalten zu müssen. Denken Sie daran, das Mikrofon vor der nächsten Unterrichtsphase wieder zu aktivieren.
Die bewusste Stummschaltung schützt nicht nur vertrauliche Gespräche, sondern verhindert auch die Übertragung unnötiger Störgeräusche, beispielsweise beim Ablegen oder Bewegen des Mikrofons.
Praxis-Tipp: Gewöhnen Sie sich eine einfache Routine an: Vor jeder Pause oder dem Ablegen des Mikrofons stummschalten und vor dem Weitersprechen wieder aktivieren. So sorgen Sie für einen angenehmen Hörkomfort und einen rücksichtsvollen Umgang mit der Technik.
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